Textilindustrie Deutschland: Industrie 4.0

    Textilindustrie Industrie 4.0

    Die Textilindustrie in Deutschland befindet sich durch die Digitalisierung und die Globalisierung stark im Umbruch Innovationen und Industrie 4.0 sind in aller Munde.

    Doch was bedeutet das genau und wie lässt sich dies auch in der Textilindustrie umsetzen?

    Herausforderungen der Textilindustrie

    Als wir uns am 05.04.2016 in Frankfurt im VDMA-Gebäude zum Infotag des Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e. V über „Industrie 4.0 in der Textilindustrie und der Modeproduktion“ einfanden, konnte man bereits erkennen, dass die Branche sich neuen Herausforderungen konfrontiert sieht.

    Die Produzenten von Textilien und Mode wissen bereits, dass ein Umbruch stattfinden wird.

    Während die letzten beiden Jahrzehnte vor allem im Zeichen der Auslagerung und Billigproduktion im asiatischen Raum lagen, beginnt mehr und mehr die Zeit der Rückgesinnung.

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    Textilindustrie Nachhaltigkeit: Produktion wieder in Deutschland

    Die Gründe hierfür sind unterschiedlichster Natur. Sind es einerseits „softe“ altruistische Motive, so beispielsweise, dass die Umwelt aufgrund von kürzeren Lieferwegen nicht mehr weiter so stark belasten werden soll und die CO2 Emissionen erheblich gesenkt werden können.

    Hier setzt die Textilindustrie Nachhaltigkeit auf die Agenda. So sind es zum anderen „harte“, völlig ökonomische Leitmotive.

    Es liegt auf der Hand, dass sich die Kosten für die Lieferungen aus Fernost langfristig nicht mehr weiter senken lassen, da die Transportkosten auf diese Sicht konstant bleiben, oder sogar steigen werden.

    Ebenfalls ist die gekaufte Arbeitskraft bereits bei einem Minimum angelangt. Die Tendenz in diesem Bereich verspricht in der kommenden Zeit sogar eher wieder zu steigen, aufgrund der geforderten besseren Arbeitsbedingungen für die produzierenden Arbeiter in solchen Niedriglohn Ländern.

    Wie lässt sich also weiterhin kostengünstig produzieren oder der Kostenfaktor sogar weiter senken? Die Globalisierung fordert die Textilindustrie Nachhaltigkeit auf die Agenda zu setzen.

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    Von der Massenproduktion zur Einzelanfertigung

    Auf der Suche nach einer Lösung ist die Textilindustrie unlängst bei dem aktuellen Schlagwort Industrie 4.0 angelangt.

    Bereits bekannt und ausgelebt in anderen Branchen verspricht das neue Industriezeitalter erhebliche Kostenersparnisse durch Vernetzung der verschiedenen Arbeits- und Geschäftsprozesse hin zur kostengünstigsten Produktion – das bereits ab Losgröße 1.

    Und genau hier liegt auch das enorme Potential für die Textilindustrie.

    Veranschaulicht wurde die große Bedeutung für die Textilbranche durch zahlreiche Vorträge von Produzenten der Branche, die dieses Potential bereits erkannt haben und versuchen, Lösungen zu finden dieses in das eigene Unternehmen zu integrieren.

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    Erkennbar ist die Triebrichtung hin zur Einzelproduktion auch in der geschichtlichen Entwicklung des letzten Jahrhunderts. War im 19ten Jahrhundert und zu Beginn des 20ten Jahrhunderts die Einzelproduktion noch maßgeblich für die Textil- und Modeproduktion, so wurde diese schrittweise von der Massenproduktion im Verlaufe des 20ten Jahrhunderts abgelöst.

    Die Kostenersparnis durch immer günstiger werdende Massenproduktionswege löste die Individualität der Mode ab. Doch genau hier ist eine Kehrtwende in der Konsumentensicht erkennbar.

    So macht die Textilindustrie Deutschland wieder zum lukrativen Produktionsort, wenn die Nachfrage nach Losgröße 1 stetig steigt und die Serienproduktion im Ausland im Vergleich zu Automatisierungsmöglichkeiten in Deutschland an Attraktivität abnimmt.

    Wie bereits in vielen anderen Branchen erkennbar, beispielsweise durch die vielen Carsharing-Modelle oder die nahezu unendlichen Konfigurationsmöglichkeiten beim Neuwagenkauf in der Automobilbranche, möchte der Konsument flexible Lösungen und individuell seinem Konsumverhalten entsprechend bedient werden.

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    Massenabfertigung wird mehr und mehr unbeliebt und abgelehnt.

    Diese war jedoch die Triebfeder für die Produktionsgestaltung in der Textilindustrie in den letzten Jahrzehnten.

    Somit stellt sich die Frage:

    Wie kann die Textilindustrie diesen neuen Forderungen der Konsumenten gerecht werden?

    Dazu bedarf es einer Neugesinnung hin zu neuen Produktionsabläufen oder Geschäftsfeldern, um so den Bedarf der Kunden befriedigen zu können.

    Einige Modehersteller sind hier bereits Vorreiter in diesem Gebiet und der Erfolg, den Sie durch diese Innovationen oder neuen Geschäftsfelder generieren, gibt deren Innovationsstrategien Recht.

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    Chancen für die Textil- und Modeindustrie

    Die großen Sportmarken wie Adidas oder Nike haben dies bereits erkannt und sind seit einigen Jahren Vorreiter auf dem Gebiet der Innovationen innerhalb der Modeproduktion.

    Individuell zusammenstellbare Schuhmodelle erzeugen hier bereits seit einigen Jahren größtmögliche Individualität beim Kunden und dessen kreativer Selbstverwirklichung.

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    Das Resultat ist, dass dieser sich auch langfristig an dieses Unternehmen bindet, da er hier eben keine Massenware, sondern sein eigenes, individuell konfiguriertes und „persönliches“ Produkt erhält.

    Der Individualisierungstrend macht für die Textilindustrie Deutschland als Produktionsstandort wieder deutlich attraktiver. Der Erfolg, den die Marken mit diesen Konfiguratoren erzeugen, gibt den großen Sportmarken Recht und viele weitere Hersteller ziehen auf diesem Gebiet bereits nach.

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    In diesem Zusammenhang stellte Jan Hill, der Senior Direktor für Technologische Innovationen bei Adidas, die neu entwickelte Speedfactory kurz umrissen dar.

    Diese befasst sich mit der vollständigen Automatisierung von Produktionsabläufen, für eben jene individuell gefertigten Produkte. Auch spielt in der Textilindustrie Nachhaltigkeit ein immer größere Rolle.

    Natürlich muss hierbei beachtet werden, dass die wenigsten Unternehmen ein solches Budget für Innovationen aufbringen können, wie Adidas dies vermag.

    Aber für genau diese Unternehmen des Mittelstandes gibt es weitaus kostengünstigere Wege an der Industrie 4.0 zu partizipieren.

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    Möglichkeiten für den Mittelstand

    Basierend auf den eigenen Erfahrungen, welche Manuel Pistner bei der Entwicklung des Startups MyFoam.net – Der Online Marktplatz für individuelle Schaumstoffeinlagen von den Anfangszügen an sammeln konnte, wurde er als Gastredner und Experte auf diesem Themengebiet eingeladen.

    Das Geschäftsmodell von MyFoam.net, welches vollkommen lean entstanden ist und sich unmittelbar an der Marktresonanz orientiert hat, ist auch für Mittelständler im Textilgewerbe ein empfehlenswerter Ansatz sich langsam auf das bisher unbekannte Feld der Industrie 4.0 zu begeben.

    Aufgrund seiner innovativen Entstehung und budgetsparenden, schrittweisen Entwicklung, wurde dieses bereits auf dem IT-Gipfel 2015 in Berlin als gelungenes Beispiel für ein Industrie 4.0 Projekt vorgestellt.

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    Um ein solches Vorgehen auch im eigenen Betrieb oder Unternehmen zu starten, gilt es zunächst, Engpässe oder Optimierungsmöglichkeiten des eigenen Unternehmen zu identifizieren.

    Diese lassen sich oftmals durch Optimierungen der Prozessabläufe verkürzen und somit bereits kostensparend umsetzen. Aus diesen ersten Optimierungen heraus lassen sich dann weitere Prozessabläufe verbessern und im besten Falle ein komplett neuer Prozessablauf etablieren.

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    Daraus wiederum können neue Geschäftsfelder und Marktsegmente erschlossen werden, wodurch der Erfolg des Unternehmens langfristig gesichert werden kann. Dieses Vorgehen ist angelehnt an die Methoden dem Agilen Projektmanagement.

    Einfach Beispiele in diesem Bereich sind Ebay oder Zalando, welche erkannt haben, dass die individuelle Nachfrage der Kunden sich verstärkt auch im Internet abspielt und daraufhin ein Zwischenportal zwischen Kunden und Produzenten bereitstellten um anstelle der direkten Produzenten diese Nachfrage zu bedienen.

    Dabei ist es diesen Anbietern gelungen, wie zurzeit in nahezu jeder Branche ebenfalls zu beobachten, den Herstellern der Ware die direkte Konsumentenbefriedigung zu entziehen.

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    Dieses Marktmodell, des zwischengeschalteten Bedarfsbefriedigungsportals, entwickelt sich in Zeiten der Industrie 4.0 immer weiter. Somit besteht die große Fragestellung für Produzenten von Textil und Mode, wie auf diese Portale reagiert werden sollte.

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    Eine Lösung ist hier beispielsweise, wie durch Michel Byvoet, CEO und Gründer von Bivolino.com, vorgestellt, die direkte Kundennachfrage wieder auf auf das eigene Unternehmen zu ziehen. Dieser entwickelte ein eigenes Portal für den Vertrieb seiner hergestellten Hemden.

    Daran gekoppelt ist eine App, durch welche der Konsument unmittelbar seine persönlichen Maße eingeben kann, um so das maßgeschneiderte und somit individuelle Hemd beauftragen zu können.

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    Musterbeispiel Bivolino.de

    Mit Bivolino.com existiert bereits folglich ein Paradebeispiel in der Textilindustrie dafür, wie die erfolgreiche Umstellung von Massenproduktion in Fernost, damals noch für H&M, zur ortsnahen Produktion mit eigenständigem Geschäftsmodell vollzogen werden kann.

    Indem man für das eigene Unternehmen eine solche Lösung konzipiert, hat man zudem die Möglichkeit dem Kunden die Ersparnis, des nicht vorhandenen kostenerzeugenden Zwischenhändlers, weiterzutragen, was zu weiteren Kundenbindungseffekten und kostengünstigeren Marktpreisen beitragen kann.

    Welche Lösung für das eigene Unternehmen allerdings in Betracht kommt, hängt immer von der eigenen Marktsituation und den internen Produktions- und Prozessabläufen ab.

    Der erste Schritt ist hier also zunächst einmal zu überlegen, welche Schritte verändert werden können um entweder Kosten zu sparen, oder weitere Absatzmöglichkeiten zu erzeugen.

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    Fazit: Die Industrie 4.0 hat die Textilindustrie erreicht. Der Umbruch darf nun nicht verschlafen werden.

    Was allerdings bei allen Teilnehmern des Kongresses zu beobachten war, dass das Wissen und Interesse um Industrie 4.0 vorhanden ist.

    Lediglich die Umsetzungsmöglichkeiten sind teilweise noch nicht bekannt, da dieser Prozess der Umstellungen keinen greifbaren Resultaten unterliegt.

    Es gibt hier eben kein fertiges Produkt oder genauen Weg, der definitiv zu Kostenersparnissen führt. Die Lösung ist immer eine individuell auf das Unternehmen abgestimmte Optimierung. Zudem existieren bei vielen Unternehmen oftmals Hemmschwellen neue Ansätze und Wege zu gehen, da diese vielmals mit Unsicherheiten über das Ergebnis verbunden sind.

    Klar ist jedoch auch, dass diese Zurückhaltung nicht zu lange andauern sollte, um den nahenden und nötigen Umbruch nicht zu verpassen.

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    Einfaches Abwarten macht hier die derzeitigen Gewinner der Branche zu den Verlierern der Zukunft und wer nicht bereit ist, neue Wege im Zeichen der Industrie 4.0 auszuprobieren, wird auch nichts gewinnen können – und wird langfristig von der Konkurrenz im Wettbewerb verdrängt.

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    Agile Projekte mit Erfolg umsetzen

    Sie sind auf der Suche nach Möglichkeiten für Ihr Unternehmen und wissen nicht wie?

    Gerne beraten wir Sie über Möglichkeiten, wie auch Sie in Ihrem Unternehmen den Anschluss an die Industrie 4.0 zu halten.

    Dafür ist nicht immer ein großes Budget nötig, sondern bereits kleine Neuheiten können großen Erfolg erzeugen.

    Nehmen Sie hier einfach Kontakt mit uns auf und wir sprechen gemeinsam über mögliche neue Wege die sich auch in Ihrem Unternehmen etablieren lassen.

    Der Umbruch ist in vollem Gange, verpassen Sie ihn nicht!