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So lieben Redakteure Drupal

Richtig eingesetzt ermöglicht Drupal Redakteuren hohe Flexibilität in der Contenterstellung bei gleichzeitig hoher Usability.
01.02.2018 - 15:00 von Nico Sonnenberg

Ein Redakteur sollte vor allem eins tun: relevanten Content für seine Zielgruppe erstellen. Und das eingesetzte CMS sollte dem Redakteur die Möglichkeit bieten, diesen Content einfach, gezielt, nutzerfreundlich und optisch ansprechend auf der Seite bereitzustellen.

Um in der heutigen Zeit der Informationsflut dabei aus der Masse hervorzustechen, sind CMS-Systeme mittlerweile nahezu Alleskönner: Von einfachen Textinhalten über multimediale Inhalte und Integrationen in Drittsysteme bis hin zu aufwändigen Animationen im Frontend können und müssen verschiedenste Inhalte im Backend erstellt werden, um dem Nutzer einen Mehrwert auf der Webseite zu bieten. Allerdings sind diese Elemente oftmals schwer zugänglich oder umständlich zu nutzen. So gerät oft das eigentliche Ziel, die möglichst einfache Erstellung von Inhalten für Redakteure, ins Hintertreffen, zugunsten von umfangreichen aber komplexen und intransparenten Funktionen. Dies führt wiederum dazu, dass eine erfolgreiche Contentstrategie nicht ausreichend verfolgt werden kann und Redakteure eher mit der richtigen Funktionsweise des CMS beschäftigt sind als mit der Erstellung von kreativem und wertvollem Inhalt.

Ein erfolgreiches CMS muss somit beides können: Einerseits eine Vielzahl an Funktionen aufweisen und andererseits als einfaches, intuitiv zu bedienendes Tool für den Redakteur dienen.

 

Drupal 8: Intuitiv in Backend und Frontend

Mit dem Upgrade auf das neuste Major-Release 8 ist Drupal genau diesen Weg gegangen. Hierbei wurde eine Plattform geschaffen, welche Redakteuren vielfältige und intuitiv zu bedienende Möglichkeiten im Backend und Frontend bietet. Durch verschiedenste Konfigurationen kann so ein System geschaffen werden, welches die tagtägliche Arbeit mit dem CMS ungemein erleichtert. Die Zeiten von unverständlichen Backends und Redakteursoberflächen, welche nur mit Nutzerhandbuch bedienbar sind, sind somit vorüber.

Im Nachfolgenden stelle ich einige dieser besonderen Funktionen und Möglichkeiten von Drupal 8 vor.

 

Einfache Bearbeitung und Platzierung von Inhalten

Der Fokus auf die einfache Bearbeitung von Inhalten setzt bei Drupal 8 bereits bei der Darstellung im Frontend an. So muss ein Redakteur gewünschte Inhalte nicht erst umständlich im Backend heraussuchen, um diese zu editieren, sondern kann diese direkt über das sogenannte „In-Place-Edit“ im Frontend anpassen.

Gleichzeitig erlaubt Ihnen der Aufbau über Paragraph-Elemente, Seiten nicht gleich in der Gesamtheit erstellen zu müssen, sondern viele einzelne, unabhängige Abschnitte zu erstellen und zu bearbeiten. Aus diesen verschiedenen Abschnitten – oder auch Inhaltstypen – kann eine Seite beliebig zusammengestellt werden. Ebenso ermöglicht dieser Aufbau, dass Sie bei korrekter Konfiguration diese Inhalte beliebig auf der Seite anordnen können. Um Ihnen oder Ihrem Redakteur dabei auch darzustellen, wie eine Neuanordnung im Frontend aussehen würde, ist dies bequem per Drag & Drop im Frontend möglich. So können Sie unkompliziert testen, wie beispielsweise die Einbindung eines Teasers an verschiedenen Stellen der Webseite aussieht, bevor Sie diese Änderung live stellen.

Natürlich ist es aber ebenso möglich, diese Drag & Drop Funktion in Kombination mit einer Previewfunktion bereits im Backend abzubilden. So müssen Sie auch hier nicht erst den Umweg über das Frontend gehen, um die Darstellung der gewünschten Inhalte zu überprüfen. Gleichzeitig wird darüber die Übersichtlichkeit im Backend enorm gesteigert, was die meist zeitaufwendige und frustrierende Suche nach gewünschten Inhalten überflüssig macht.

Für die schnelle Erstellung wichtiger Nachrichten von unterwegs bietet Drupal 8 eine voll responsive Nutzung bereits im Core. Dadurch ist es Ihren Redakteuren möglich, kurzfristige Neuigkeiten bequem über das Smartphone oder Tablet jederzeit und von jedem Ort aus zu erstellen und den Nutzern der Webseite bereitzustellen.

 

Content einmal erstellen – beliebig wiederverwenden und teilen

Beim Erstellen von Inhalten ist vorab definiert, in welchen Teasermodes diese dargestellt werden können und wie dies im Frontend aussieht. So ist es Ihnen möglich, einen einmal erstellten Inhalt beliebig auf verschiedenen Seiten in verschiedensten Ausgabedarstellungen anzuzeigen. Hierfür muss lediglich der angelegte Inhalt referenziert sowie der gewünschte Teasermode (Small Teaser, Big Teaser etc.) ausgewählt werden und schon ist der bereits angelegte Inhalt in einer neuen Seite und neuen Darstellung integriert. Das altbekannte Copy-Paste und Springen zwischen den verschiedenen Seiten wird somit nicht mehr benötigt – Die Erstellung einer völlig neuen Unterseite oder Landingpage war noch nie so einfach und schnell möglich.

Dies wird zusätzlich noch unterstützt durch einen umfangreichen Medienpool, welcher alle Medieninhalte schnell durchsuchbar und filterbar bereits in der Preview des jeweiligen Inhalts darstellt. Ebenso können die gesamten Inhalte eines spezifischen Inhaltstyps in dynamischen Listen gesammelt angezeigt werden. Die Einbindung aller aktuellen News oder der nächsten Veranstaltungen ist so per einfacher Auswahl auf einer Seite möglich.

 

Redakteursworkflows für einfache Zusammenarbeit

Zum Vergleich abgewandelter oder angepasster Inhalte bietet Drupal Ihnen die Möglichkeit, Inhalte zu versionieren, sodass alle Änderungen nachverfolgt und jeweils auf einen alten Stand zurückgesetzt werden können. Um Ihnen die Arbeit noch stärker zu erleichtern, ist es zudem möglich, Inhalte ganz einfach zu duplizieren. Dadurch entsteht eine Zweitversion des Inhalts, die flexibel an verschiedenen Stellen abgeändert und ergänzt werden kann. Über die Previewfunktion können Sie dann die beiden Versionen direkt miteinander vergleichen. Endlich kann Ihr Redakteur sich so wieder auf die Auswahl des besten Contents konzentrieren und ist nicht mit der reinen Niederschrift eben jenes beschäftigt.

Nach der Auswahl des besten Inhalts kann der Redakteur anschließend über die Funktion des zeitgesteuerten Publishings die Veröffentlichung perfekt einplanen und so den idealen Zeitpunkt auswählen, um den Inhalt automatisiert genau dann veröffentlichen lassen.

 Individuell angepasste Workflows ermöglichen eine einfache und sichere Zusammenarbeit unter Redakteuren.                

Weiterhin bietet Drupal von Haus aus sehr feingranulare Rechte- und Rollen-Konfigurationen an. Über diese lässt sich die Zusammenarbeit der Redakteure deutlich vereinfachen. So ist es möglich, dass Ihre Redakteure für unterschiedliche Seiten, Inhalte oder Sprachen zuständig sind und entsprechend auch nur diese sehen oder bearbeiten können. Gleichzeitig können weitere Redaktions- und Freigabeworkflows implementiert werden, durch welche eine Kontrolle der Inhalte erfolgen kann. So lassen sich die verschiedenen Schritte bis zum tatsächlichen Publishing eines Inhalts einfach in einem Workflow abbilden. Der Inhalt kann dabei nur für die entsprechende Seite oder auch global bereitgestellt werden.

Sollte man keine einzelnen Redakteure für alle gewünschten Sprachen haben, ist es Ihnen bei Drupal auch einfach möglich, Übersetzung für bestehende Inhalte einzupflegen. Entweder können Sie diese für jegliche Inhalte direkt im Backend vornehmen oder Sie können sich eine Übersetzungsdatei erstellen lassen, welche anschließend direkt von einer Agentur für die gewünschte Sprache übersetzt werden kann. Die übersetzte Datei einfach wieder im Backend hochladen, gegebenenfalls kurz bei der Überprüfung direkt anpassen, freigeben und schon ist die Übersetzung für die gewünschte Sprache und Seite verfügbar. Natürlich können Sie aber auch verschiedene Übersetzungsservices einfach direkt in die Seite einbinden, um sich den Umweg über den Down- und Upload zu sparen. Dabei können Sie einen Auftrag für eine Übersetzung erteilen und bekommen diesen über eine Integrationen direkt in die Seite zurückgespielt.

 

Contentsynchronisation über mehrere Seiten hinweg

Drupal Content Sync ermöglicht die zentrale Verwaltung von Inhalten.

Beim Betrieb mehrerer Webseiten, die separat administriert werden, möchten Sie spezielle einzelne Inhalte wie News-Artikel, Media-Assets oder ganze Unterseiten über alle Webseiten hin synchron halten und in einem zentralen Content- oder Asset-Pool verwalten und verteilen. Je nach Komplexität und Anzahl der Inhalte sowie Anzahl der Seiten kann es dabei aber schnell zu einem unüberschaubaren und fehleranfälligen Prozess werden, diese Aktualisierungen manuell vorzunehmen und über alle Seiten hinweg immer aktuell zu halten.
Die typischen Anwendungsfälle sind dabei mehrere Instanzen mit tendenziell gleichem Seitenaufbau. Klassisches Beispiel ist hierbei die Enterprise-Webseite, welche allerdings in jedem Land oder Markt individuell ausgerollt, betreut und gepflegt wird. Hierzu gibt es bei Drupal die Möglichkeit, den Drupal Content Sync zu verwenden, um die Synchronisation über unterschiedlichste Seiten hinweg zu erlauben. Drupal Content Sync agiert dabei als zentraler Content Pool und Manager, der von allen Webseiten über neue, aktualisierte und gelöschte Inhalte informiert wird und je nach Konfiguration die Inhalte an die übrigen Webseiten weitergibt. So fällt es sehr leicht, auch bei unterschiedlich redaktionell betreuten Webseiten entscheidende globale News schnell bereitzustellen und auszurollen. Inhalte können zusätzlich auch nur partiell aktualisiert werden und sich in bestehende Moderationsworkflows integrieren. Inhalte können so auch auf einem Staging-System vorbereitet und per Knopfdruck auf der Produktivseite ausgerollt werden.

 

Fazit

Alles in allem bietet Drupal 8 viele neue Funktionen, welche Ihnen oder Ihren Redakteuren die Arbeit mit einem CMS deutlich erleichtern und so zu mehr Freude und Produktivität bei der Contenterstellung führen. Dies hat unter anderem bereits Burda Media erkannt, welche mit „Thunder“ auf die Möglichkeiten und Vorteile von Drupal gesetzt und eine eigene speziell für den Publishing-Sektor erstellte Distribution entwickelt hat.

Gerne beraten wir Sie persönlich zu den verschiedenen Möglichkeiten von Drupal zur Vereinfachung der Contentarbeit. Nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf.

 

Ausblick: Blogpostreihe mit technischem Fokus

Wie oben beschrieben bietet Drupal 8 viele Möglichkeiten, Redakteuren ein System bereitzustellen, das sie in ihrer täglichen Arbeit optimal unterstützt und ihnen umfangreiche Freiheiten bei gleichzeitig einfacher Bedienung bietet. Wie kann ich als Drupal Entwickler nun solch ein System bauen?

In unserer Blogpostreihe mit technischem Fokus unter dem Titel:

„Ein Drupal wie Redakteure es lieben“

stellt unser Technischer Teamleiter und erfahrener Drupal Entwickler Sebastian Gurlt in kurzen und praxisnahen Beiträgen vor, wie Entwickler auf der Basis von Drupal Websites umsetzen können, mit denen Redakteure gerne arbeiten.

In zweiwöchigem Rhythmus werden wir ab dem 07.02. Blogposts zu folgenden Themen veröffentlichen:

Sollten Sie Vorschläge für weitere Themen haben, melden Sie sich gerne bei uns!

 

Nachtrag: Session Drupal Camp Ruhr 2018

Unter dem Titel "Building Drupal sites that content authors love" haben Manuel Pistner und Sebastian Gurlt eine Session gehalten, in der sie die Anforderungen von Redakteuren in den Mittelpunkt gestellt und praktische Tipps gegeben haben.

Beschreibung der Session:

Using Drupal as a powerful tool to build dynamic CMS solutions comes at a challenge that is often ignored: We all focus on the customer journey but forget about the author experience. To many Drupal projects deliver a backend that authors hate as it restricts flexibility and the speed of content creation. The result is often the same: Authors don't like Drupal and projects are about to fail due to missing acceptance from their users.

Nevertheless Drupal 8 brings countless improvements every month which make the life of authors so much easier.

In this session I want to show:

  • New author experience improvements released by Drupal 8
  • Profen concepts and best practices for flexible backends
  • Does and dont's of Drupal backend architectures
  • Answer questions to tackle challenges in your projects

 

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