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New Work = New Hope! Sogar fürs Klima.

New Work = New Hope! Erinnert sich eigentlich jemand daran, als Star Trek noch „Raumschiff Enterprise“ hieß?

In den 1960ern war das. Captain James T. Kirk und seine Crew benutzen damals allerlei coole Gadgets wie den Kommunikator, ein Vorläufer des Klapphandys. Und Dr. McCoy, der Schiffs-Doc, auch als Pille bekannt, tippte Diagnosen in eine Art Tablet.

Die Leute saßen vor dem Fernseher und dachten: „Wie cool ist das denn?! Schade, dass ich das nie erleben werde“.
Und rums, kaum 30 Jährchen später waren sie da, die Handys und Tablets.

Imagine no Büros!

Jetzt mal fast-forward, zehn oder 20 Jahre in die Zukunft: es gibt zwar noch Unternehmen, aber kaum noch Bürohochhäuser. Über die Hälfte der Arbeitnehmer sind Freelancer und arbeiten sowieso, wo sie wollen: im Co-working Space auf Bali, im heimischen Keller, oder auf der Parkbank.

Aber auch das Millionenheer der Angestellten pendelt nicht mehr jeden Morgen brav in die Innenstadt, sitzt acht Stunden in einem Bürogebäude und fährt dann wieder nach Hause (oder erstmal zum After-Work Drink, weil auf der Stadtautobahn wie so oft alles steht und die S-Bahn garnicht fährt).

Stattdessen arbeiten auch die Angestellten den Großteil Ihrer Zeit remote. Ins Büro kommen sie nur ein bis zwei Mal die Woche für ein Meeting oder um Kunden zu treffen.

Mit diesem Szenario ist es wie mit dem Star Trek Kommunikator: Keiner glaubt, dass es bald Realität sein könnte.

Dabei sind die Chancen für die Remote Work Revolution viel besser als sie für den Kommunikator waren. Weil die notwendige Infrastruktur schon längst bereitsteht: ob Skype, Google Docs oder Slack – Zusammenarbeit in Echtzeit und Kommunikation per Video oder Audio ist nicht nur jederzeit möglich, sondern vor allem auch zu so geringen Kosten, dass betriebswirtschaftlich nichts gegen Remote Work spricht.

So weit, so gut. Auch andere Pluspunkte sind offensichtlich.

Vorteile für Arbeitnehmer:

  • Mehr Unabhängigkeit
  • Eigenständiges Arbeiten
  • Besseres Work-Life-Blending

Vorteile für Unternehmen:

  • Die richtigen Talente finden
  • Mehr Effizienz, bessere Qualität
  • Mehr Flexibilität in der Personalplanung
  • Kosteneinsparungen

Aber warum arbeiten dann nicht viel mehr Menschen remote? Der entscheidende Hinweis kommt von John Lennon: „Imagine no possessions – I wonder if you can“. Es ist nämlich eine Kopfsache.

Die Einwände gegen Remote Work Lösungen sind ja bekannt: „Das funktioniert doch nicht. Wenn wir nicht alle an einem Ort sind, wo wir miteinander reden können und ich die Leute im Blick habe, wird doch nichts erledigt,“ sagt der Chef.

Aber in Wahrheit sind das alles Ausflüchte. Rationalisierungen, wie man in der Psychologie sagt. Also Rechtfertigungen für irrationales oder gewohnheitsmässiges Verhalten.

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Bekanntlich ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Veränderung fällt schwer. Auch wenn die Rituale noch so unsinning ist. Dafür gibt’s ja 1000 Beispiele: Das Faxgerät. Den Staubsaugerkopf hektisch vor und zurück bewegen als hätte man noch Omas Schrubber in der Hand.

Oder eben pendeln, um in einem kilometerweit entfernten Büro Dinge zu tun, die man genausogut sonstwo machen könnte.

Wenn man kurz drüber nachdenkt, ist es schon verrückt: für die vielen „Knowledge Worker“ in der digitalen Wirtschaft ist das zentrale – und oft einzige – Arbeitsmittel ein Computer. Egal ob Smartphone, Tablet oder PC – alles was viele zum Arbeiten brauchen ist Rechnerleistung und Konnektivität zum Internet. Und wer hat das heute nicht zu Hause, in der Hosentasche, oder beides?

Warum ist also der Übergang zu New Work Arbeitsmodellen so zäh?

In der Regel braucht es einen starken Anschubser, um Menschen in die richtige Richtung zu nudgen.

Vielleicht kommt der entscheidende Impuls, der dem New Work Megatrend zum Durchbruch verhilft, ja nicht von der Erkenntnis der höheren Arbeitseffizienz oder besseren Work-Life Balance an sich.

Sondern vom Klima.

Der Pendler Wahnsinn

Zunächst mal ein paar Fakten.

Was ist Pendeln? Zwar gibt es – wie sonst in Deutschland üblich – hierzu keine DIN-Norm, aber eine offizielle Definition: ein Pendler ist jemand, der bei dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsort die Grenze der Wohngemeinde überschreitet.

Nach dieser Definition und laut Pendleratlas der Bundesagentur für Arbeit pendeln in Deutschland circa 60 % der Arbeitnehmer. Das sind rund 22 Millionen Personen. Wobei jeder davon im Schnitt 17 km zurücklegt.

Siebzehn hin, 17 zurück.

Insgesamt sind das also 748.000.000 Kilometer.

Am Tag.

Bei angenommenen 220 Arbeitstagen im Jahr sind das – Trommelwirbel – 164.560.000.000 km. In Worten: Einhundertvierundsechzigmilliardenfünfhundertsechzigmillionen.

Kilometer.

Jedes Jahr.

Tendenz steigend.

Ganz ehrlich? Als ich das ausgerechnet habe, konnte ich es erst selbst nicht glauben. Als Perspektive: von der Erde zum Mond sind es lächerliche 384 Tausend Kilometer.

Aber damit nicht genug. Laut ADAC pendeln 60 % der Leute im eigenen PKW. Bei Arbeitswegen von 25 – 50 km sind es sogar 84 %. Und praktisch jeder sitzt allein im Auto. Im Schnitt sind die PKW mit 1.18 Personen besetzt.

Mit anderen Worten: jeden einzelnen Tag bewegen sich viele Millionen von Autos fast leer durch die Gegend. Leider bewegen sie sich oft auch nicht.

Die monetären Kosten dieses Stillstands sind schwer zu beziffern, belaufen sich aber in jedem Fall auf viele Milliarden Euro jährlich.

Auch wenn man nur die verlorene Zeit betrachtet, wird es eindrucksvoll. Die 154 Stau-Stunden in Berlin in Arbeitstage à acht Stunden umgerechnet: 19,25 Tage.

Also fast drei Wochen unbezahlte Arbeitszeit. Drei Wochen! Das ist noch schlimmer, als würde jemand auf drei Wochen (wenigstens bezahlten) Urlaub verzichten. Kein Wunder, dass immer mehr Arbeitnehmer sich vorstellen können, auch als Freelancer zu arbeiten.

Aber, jetzt zum Klima.

Deutschland hat 2017 ca. 800 Mio. Tonnen CO2 ausgestoßen. Anteilig entfallen allein auf den Verkehr 168 Millionen Tonnen.

Vor diesem Hintergrund fällt es leichter sich vorzustellen, wie viele der aktuellen Probleme Remote Work auf einen Schlag lösen würde:

  • Weniger Bautätigkeit für Büros, bei gleichzeitiger
  • Linderung der Wohnraumnot (Büros in ihrer Nutzung umwidmen)
  • Mehr freie Flächen durch weniger Parkraum in den Innenstädten
  • Weniger CO2, weniger Stromverbrauch, weniger Energie für das Heizen von Großraumbüros
  • Weniger Gesundheitsprobleme (Stress, Burn-Out, Abgase)

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You may say I´m a dreamer

Selbstversändlich kann die Wirtschaft nicht ganz ohne Pendeln funktionieren. Wenn ich im Hamburger Hafen Güter entlade, in Wolfsburg Autos zusammenschraube, oder einen LKW fahre, kann ich nicht remote arbeiten (obwohl, wenn ich so drüber nachdenke: wartet mal noch 10 Jahre…).

Fest steht aber: selbst, wenn nur zehn Prozent der Arbeitnehmer remote gehen, wären das jedes Jahr Millionen von gefahrenen Kilometern und Millionen von emittierten Tonnen CO2 weniger.

Wenn man es so sieht, erscheint die Zukunft von New Work nicht als etwas nur für Träumer. Sondern als zwingende Notwendigkeit.

Also raus aus der Komfortzone. Schluß mit faulen Ausreden wie Datenschutz oder „bei uns geht das nicht.“

Es geht.

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Und zum Klimaschutz bekommt man Flexibilität, Effizienz sowie Skalierbarkeit von Organisationen und einen Lösungsansatz für den Fachkräftemangel mit obendrauf.

Stop imagining. Start doing!

Dieser Artikel wurde von Manuel Pistner, CEO bei Bright Solutions, verfasst.

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