Direkt zum Inhalt

E-Commerce mit Drupal, Magento und Hybris - so geht's

Headless Drupal und Magento für Content and Commerce
21.07.2017 - 12:00 von Manuel Pistner

Content und Commerce verschmelzen im Zeitalter der individuellen "Digital Customer Journey" zunehmend. Relevanter und individueller Content wird zur treibenden Kraft für Umsätze im E-Commerce und M-Commerce (Mobile Commerce).

 

Drupal integriert mit Enterprise Systemen für Agilität im Frontend und Stabilität in bewährten Prozessen

 

Nicht selten wählen Kunden Drupal unter anderem, weil die Integration verschiedener Systeme mit "Drupal in the middle" für E-Commerce und mobile Anwendungen große Vorteile bietet. Gerade wenn der Erfolg des Online-Shops durch Marketing-Automation mit Drupal maßgeblich bestimmt werden soll. Drupal ist und bleibt eines der flexibelsten und skalierbarsten CMS Systeme.
 

Auch die Integrationsfähigkeit mit Enterprise-Systemen wie Drupal und SAP, Sage, Salesforce etc. sorgen dafür, dass bestehende Daten und Prozesse nahtlos mit Drupal und somit mit Content und Commerce integriert werden können. So werden Content- und Daten-Silos vermieden und mit einem hohen Automatisierungsgrad die Anforderungen ungeduldiger Kunden, die über digitale Kanäle schnelle Abwicklungszeiten gewohnt sind, erfüllt.

 

Doch wie schlägt sich Drupal 8, wenn es um E-Commerce geht?


Logo Drupal Commerce

Drupal Commerce ist meiner Meinung nach neben den Drupal Modulen „Rules“, „Views“ und „Panels“ eines der mächtigsten und flexibelsten Module/Modulframeworks in der Drupal Community.
Mit Drupal Commerce 2 hat auch dieses Framework definitiv einen großen Fortschritt in der Flexibilität und "Developer Experience" gemacht. Drupal Commerce besteht, wie Drupal im Gesamten, aus vielen einzelnen Modulen, die Datenstrukturen, Prozesse und Views (Datenlisten) bereitstellen, welche für ein E-Commerce-System benötigt werden. So gibt es Produkt-Entities, Preis-Regeln, Bestell-Entities und darauf basierend einen Warenkorb und einen Checkout-Prozess, welche ebenfalls über Entities und Rules abgebildet werden.

Alle Strukturen sind hochflexibel anpassbar. Wenn man weiß, wie man mit Drupal und Drupal Commerce umgeht, kann man damit jedes beliebige E-Commerce System auf die Beine stellen. In zahlreichen E-Commerce Projekten mit Drupal Commerce haben wir bisher noch keine Anwendungsfälle gefunden, die mit Drupal Commerce nicht umzusetzen sind.

Die Vorteile sind also die hohe Flexibilität, die man zu großen Teilen durch Konfiguration (nicht durch Programmierung) erreicht, sowie die Integrationsfähigkeit in Drittsysteme mit REST APIs.

Ein Nachteil ist jedoch, dass man das komplexe System erst einmal verstehen muss und einen klaren Überblick braucht, welche Entities, Views und Rules für welche Use Cases benötigt werden und wie diese anzupassen sind. Für ein Standard Shop-System ist Drupal Commerce sicher zu feingranular und es dauert zu lange, bis man die Funktionalitäten konfiguriert hat, die man von einem E-Commerce-System erwartet.

 

Logo commerce kickstart

Einen schnelleren Einstieg in Drupal Commerce in der Version Drupal 7 bietet Commerce Kickstart, welches jedoch in Version 8 noch nicht verfügbar ist.

 

Fazit Drupal Commerce

Wir verwenden Drupal Commerce für E-Commerce Plattformen, wo es nicht um den Verkauf von Standardprodukten, sondern um individuelle Produkte, Community-getriebene Produkte oder Online-Marktplätze geht, da wir durch die hohe Flexibilität sicher wissen, alle Anforderungen umsetzen zu können. Ein Beispiel dafür ist der Online-Marktplatz für individuelle Schaumstoffeinlagen "MyFoam.net".

 

Drupal und Magento im Parallelbetrieb

Nach der Veröffentlichung eines strategischen Zusammenschlusses von Acquia und Magento bekommt E-Commerce mit Drupal neue Möglichkeiten. Mit Magento kommt man sicher schneller zum Erfolg, wenn man einen Online-Shop mit "Standard-Funktionalitäten" erstellen möchte, damit starten will und die Funktionen später kontinuierlich ausbauen und erweitern möchte.

Im Rahmen einer digital Customer Journey und der Individualisierung von Content ist es strategisch nicht mehr zielführend, zwei Systeme nebeneinander zu betreiben, die nicht mit einander kommunizieren. Vielmehr möchte man dem Nutzer ein Frontend bieten, über welches er mit Content und Commerce in Berührung kommt. Ein Medienbruch soll dabei unbedingt vermieden werden. Dank Drupal 8 und Magento 2 gibt es nun den Ansatz, beide Systeme "Headless" zu betreiben. Durch die offenen Schnittstellen von Drupal und Magento 2 ist es möglich, auch beide Systeme miteinander zu integrieren. Was heißt das?

 

Headless Drupal und Headless Magento mit einheitlichem Frontend

Headless betreibt man Magento und Drupal, wenn die Funktionalitäten der einzelnen Systeme nicht über eine Web-Oberfläche, sondern zunächst nur als Web-Schnittstelle (REST API) bereitgestellt werden. Somit macht man Daten und Prozesse, die beide Systeme im Kern mitbringen, über Schnittstellen verfügbar - für andere Systeme, für mobile Apps und individuelle Frontends. Der Ansatz sieht vor, dass man diese Schnittstellen der beiden Systeme nutzt, um ein individuelles und kundenzentriertes Frontend "drüberzulegen".

Drupal und Magento mit einem gemeinsamen Frontend

Dieses Frontend kann aus React, AngularJS oder anderen Web-Frameworks oder aus mobile Apps bestehen. Der Vorteil dabei ist, dass man im Backend auf bewährte Datenstrukturen und Prozesse von Content (Drupal) und Commerce (Magento) setzt und diese mit CRM- und ERP-Systemen hervorragend integrieren kann, um individuellen Content zu generieren und Nutzerinteraktionen nahtlos abwickeln zu können.

 

UI: optimal und nicht, was das System eben hergibt

UX Designer können sich dann voll und ganz auf den Nutzer und dessen Mehrwert im Umgang mit dem System konzentrieren. Der Fokus liegt dabei darauf, die Nutzeroberfläche (UI) so einfach und effizient wie möglich zu gestalten und nicht die UI eines bestehenden Systems so anzupassen, dass sie irgendwie den Ansprüchen der Nutzer genügt.

In der Headless-Architektur betreibt man also 3 Applikationen: Drupal, Magento und das Web- oder Mobile-Frontend. Das Frontend, welches die Oberfläche für den Nutzer bereitstellt, ist dabei über Webservices mit Drupal und Magento verbunden.


Ein Headless Drupal und Magento Szenario

Stellen Sie sich ein Unternehmen vor, das Kleidung online verkauft. Nun sollen einzelne Produkte über Kampagnen beworben werden. Eine Kampagne wird über eine Landingpage kanalisiert (sehen Sie dazu auch unseren Blog Post zu Voraussetzungen für Marketing Automation mit Drupal). Die Landingpage hat das Ziel, den User zum Kauf zu bewegen. Dies funktioniert über Storytelling, Referenzen und kundenindividuelle Kommunikation. Wurde der Nutzer bereits durch die Story und passende Referenzen vom Produkt überzeugt, gilt es, ihm ein individuelles Angebot zu präsentieren, das seine Kaufhistorie und seine individuellen Interessen berücksichtigt.

 

So ist unser Ansatz mit Drupal und Magento

Ein Redakteur erstellt eine neue Landingpage in Drupal. Dazu legt er/sie eine neue Seite an und platziert "Content-Elemente" auf dieser Seite. Ein Content-Element ist eine Slideshow, die Emotionen zu einem Produkt visuell präsentiert. Ein weiteres Content Element erzählt eine Story und bildet passende Referenzen in einer Slideshow ab. Darunter platziert der Redakteur das Content Element "Special Offer", ein individuelles Kundenangebot. Dieses Element erstellt auf der Basis des Kundenprofils (eingeloggt mit Zugriff auf die Kaufhistorie; oder anonym per Cookie mit Tags, welche die Interessen des Nutzers auf der Basis der zuvor angesehenen Inhalte abbilden) ein individuelles Angebot.

 

Headless Drupal und Magento für Content und Commerce

 

Das Angebot (die Produkte und die Preise) werden aus Magento per Webservice geladen und im Frontend, inmitten des Contents, der von Drupal generiert wurde, angezeigt.

Unterhalb der Produktempfehlung platziert der Redakteur noch ein Kontaktformular, welches die eingegebenen Daten direkt in das CRM überträgt, wenn der Kunde Fragen hat. Möchte der Kunde ein Produkt kaufen, wird der Checkout-Prozess über Webservices an Magento übergeben. Nach der Bestellung landen die Daten im CRM- und, falls vorhanden, im ERP-System (SAP, Sage, Salesforce etc). Zugleich wird das Nutzerprofil auf der Basis des festgestellten Verhaltens erweitert, sodass auch nächstes Mal der Kunde individuell abgeholt werden kann.

Automatische Übertragung der Kundendaten ins das CRM-System


Natürlich lassen sich auch Mobile Apps als "Frontend" an Drupal und Magento integrieren. So wird aus E-Commerce M-Commerce – mit der gleichen Architektur wie zuvor beschrieben.

Der vorgestellte Use Case ist natürlich ein recht einfacher, zum Verdeutlichen der Möglichkeiten im Zusammenspiel mit Drupal und Magento meiner Meinung nach jedoch gut geeignet.

Der "Headless Ansatz" beider Systeme verspricht somit die größte Flexibilität und die Möglichkeit, ein individuelles digitales Kundenerlebnis zu schaffen, das den Verkauf von Produkten und Services fördert.

 

Drupal und Hybris Integration

Gerade wenn es um die Integration von E-Commerce mit SAP geht, bietet Hybris die beste Unterstützung. Durch Hybris Marketing können Kundenprofile erstellt und Inhalte individualisiert ausgespielt werden. Durch eine Integration zwischen Drupal und Hybris erreichen Sie die gleichen Vorteile wie bei der Integration zwischen Drupal und Magento. Drupal bietet Ihnen durch flexible CMS Funktionen die Möglichkeit, Content-Seiten und Landingpages schnell und individuell zu erstellen. Dabei können auch Widgets auf einzelnen Seiten eingebunden werden, die z.B. Produkte und Produktlisten in Drupal anzeigen. So entsteht ein einheitliches digitales Kundenerlebnis ohne Medienbrüche. Durch die Integration von Drupal und Hybris Marketing können Inhalte individualisiert werden und durch Drupal individuell an den Kunden ausgespielt werden. Das Ziel der Integration aus Drupal, Hybris und Hybris Marketing ist eine individuelle Digital Customer Journey. Durch die Integration zwischen Drupal und Hybris lassen sich also die gleichen Integrationsszenarien herstellen wie zuvor mit dem E-Commerce System Magento beschrieben wurde.

Wenn Sie Fragen zu den vorgestellten Szenarien oder dem Thema Marketing Automation haben, sprechen Sie uns gerne an.

Registrieren Sie sich jetzt für unseren kostenlosen Newsletter und bleiben Sie immer auf dem Laufenden

Weitere Blogbeiträge