Drupal E-Commerce

    Content und Commerce verschmelzen im Zeitalter der individuellen „Digital Customer Journey“ zunehmend. Relevanter und individueller Content wird zur treibenden Kraft für Umsätze im E-Commerce und M-Commerce (Mobile Commerce). Dank der Flexibilität und der vielfältigen Integrationsmöglichkeiten ist es möglich auch mit Drupal E-Commerce entweder über Drupal E-Commerce Module oder über die Integration mit Drittsystemen umzusetzen.

    drupal e commerce

    Nicht selten wählen Kunden Drupal unter anderem, weil die Integration verschiedener Systeme mit „Drupal in the middle“ für E-Commerce und mobile Anwendungen große Vorteile bietet. Gerade wenn der Erfolg des Online-Shops durch Marketing-Automation mit Drupal maßgeblich bestimmt werden soll. Drupal ist und bleibt eines der flexibelsten und skalierbarsten CMS Systeme und kann durch Drupal E-Commerce Module, Plugins und Integrationen zum Umsatztreiber für Ihr Online-Business werden.

    Auch die Integrationsfähigkeit mit Enterprise-Systemen wie Drupal und SAP, Sage, Salesforce etc. sorgen dafür, dass bestehende Daten und Prozesse nahtlos mit Drupal und somit mit Content und Commerce integriert werden können. So werden Content- und Daten-Silos vermieden und mit einem hohen Automatisierungsgrad die Anforderungen ungeduldiger Kunden, die über digitale Kanäle schnelle Abwicklungszeiten gewohnt sind, erfüllt.


    Doch wie schlägt sich Drupal 8 im E-Commerce?

    Drupal Commerce ist meiner Meinung nach neben den Drupal Modulen „Rules“, „Views“ und „Panels“ eines der mächtigsten und flexibelsten Module/Modulframeworks in der Drupal Community.

    Mit Drupal Commerce 2 hat auch dieses Framework definitiv einen großen Fortschritt in der Flexibilität und „Developer Experience“ gemacht. Drupal Commerce besteht, wie Drupal im Gesamten, aus vielen einzelnen Modulen, die Datenstrukturen, Prozesse und Views (Datenlisten) bereitstellen, welche für ein Drupal E-Commerce System benötigt werden. So gibt es Produkt-Entities, Preis-Regeln, Bestell-Entities und darauf basierend einen Warenkorb und einen Checkout-Prozess, welche ebenfalls über Entities und Rules abgebildet werden.

    Alle Strukturen sind hochflexibel anpassbar. Wenn man weiß, wie man mit Drupal und Drupal Commerce umgeht, kann man damit jedes beliebige E-Commerce System auf die Beine stellen. In zahlreichen E-Commerce Projekten mit Drupal Commerce haben wir bisher noch keine Anwendungsfälle gefunden, die mit Drupal Commerce nicht umzusetzen sind.

    Die Vorteile sind also die hohe Flexibilität, die man zu großen Teilen durch Konfiguration (nicht durch Programmierung) erreicht, sowie die Integrationsfähigkeit in Drittsysteme mit REST APIs.

    Ein Nachteil ist jedoch, dass man das komplexe System erst einmal verstehen muss und einen klaren Überblick braucht, welche Entities, Views und Rules für welche Use Cases benötigt werden und wie diese anzupassen sind. Für ein Standard Shop-System ist Drupal Commerce sicher zu feingranular und es dauert zu lange, bis man die Funktionalitäten konfiguriert hat, die man von einem E-Commerce-System erwartet.

    Einen schnelleren Einstieg in Drupal E-Commerce in der Version Drupal 7 bietet Commerce Kickstart, welches jedoch in Version 8 nicht als downloadbare Distribution verfügbar ist. Dennoch gibt es eine Browser-Version mit der man sich Composer-files generieren kann um somit aus bestehenden Drupal Commerce Modulen seine individuelle Drupal E-Commerce Konfiguration erstellen kann.


    Fazit Drupal Commerce

    Wir verwenden Drupal Commerce für E-Commerce Plattformen, wo es nicht um den Verkauf von Standardprodukten, sondern um individuelle Produkte, Community-getriebene Produkte oder Online-Marktplätze geht, da wir durch die hohe Flexibilität sicher wissen, alle Anforderungen umsetzen zu können. Durch die hohe Flexibilität von Commerce können auch mit Drupal E-Commerce Portale mit einem hohen Anspruch an Flexibilität und Individualität umgesetzt werden. Content und Commerce sorgen in diesem Szenario für eine nahtlose Digital Customer Journey.


    Drupal Commerce vs Magento und Drupal?

    Nach der Veröffentlichung eines strategischen Zusammenschlusses von Acquia und Magento bekommt E-Commerce mit Drupal neue Möglichkeiten. Mit Magento kommt man sicher schneller zum Erfolg, wenn man einen Online-Shop mit „Standard-Funktionalitäten“ erstellen möchte, damit starten will und die Funktionen später kontinuierlich ausbauen und erweitern möchte.

    Im Rahmen einer digital Customer Journey und der Individualisierung von Content ist es strategisch nicht mehr zielführend, zwei Systeme nebeneinander zu betreiben, die nicht miteinander kommunizieren. Vielmehr möchte man dem Nutzer ein Frontend bieten, über welches er mit Content und Commerce in Berührung kommt. Ein Medienbruch soll dabei unbedingt vermieden werden und im optimalen Szenario kann man direkt über Drupal Magento integrieren. Dank Drupal 8 und Magento 2 gibt es nun den Ansatz, beide Systeme „Headless“ zu betreiben. Durch die offenen Schnittstellen von Drupal und Magento ist es möglich, auch beide Systeme miteinander zu integrieren. Was heißt das nun konkret und in welche Richtung kann eine Drupal Magento Integration stattfinden?


    Drupal Magento Integration mit Headless Ansatz

    Headless betreibt man Magento und Drupal, wenn die Funktionalitäten der einzelnen Systeme nicht über eine Web-Oberfläche, sondern zunächst nur als Web-Schnittstelle (REST API) jeweils separat bereitgestellt werden. Somit macht man Daten und Prozesse, die beide Systeme im Kern mitbringen, über Schnittstellen verfügbar – für andere Systeme, für mobile Apps und individuelle Frontends. Der Ansatz sieht vor, dass man diese Schnittstellen der beiden Systeme nutzt, um ein individuelles und kundenzentriertes Frontend „drüberzulegen“.

    Dieses Frontend kann aus React, AngularJS oder anderen Web-Frameworks oder aus mobile Apps bestehen. Der Vorteil dabei ist, dass man im Backend auf bewährte Datenstrukturen und Prozesse von Content (Drupal) und Commerce (Magento) setzt und diese mit CRM- und ERP-Systemen hervorragend integrieren kann, um individuellen Content zu generieren und Nutzerinteraktionen nahtlos abwickeln zu können. Für den Content nutzt man somit Drupal, Magento bietet dabei den Service für E-Commerce und über ein einheitliches Frontend sorgt man durch die Drupal Magento Integration für ein nahtloses User-Erlebnis. Es stellt sich also für ein moderne E-Commerce Architektur nicht die Frage nach Drupal Commerce vs Magento sondern viel mehr danach, wie man über die Drupal Magento Integration das Beste von beiden Systemen nutzen und über ein einheitliches Interface bereitstellen kann.


    User Experience: optimal und nicht, was das System eben hergibt

    UX Designer können sich dann voll und ganz auf den Nutzer und dessen Mehrwert im Umgang mit dem System konzentrieren. Der Fokus liegt dabei darauf, die Nutzeroberfläche (UI) so einfach und effizient wie möglich zu gestalten und nicht die UI eines bestehenden Systems so anzupassen, dass sie irgendwie den Ansprüchen der Nutzer genügt.

    In der Headless-Architektur betreibt man also 3 Applikationen: Drupal, Magento und das Web- oder Mobile-Frontend. Das Frontend, welches die Oberfläche für den Nutzer bereitstellt, ist dabei über Webservices mit Drupal und Magento verbunden


    Ein Headless Drupal Magento Szenario

    Stellen Sie sich ein Unternehmen vor, das Kleidung online verkauft. Nun sollen einzelne Produkte über Kampagnen beworben werden. Eine Kampagne wird über eine Landingpage kanalisiert (sehen Sie dazu auch unseren Blog Post zu Voraussetzungen für Marketing Automation mit Drupal). Die Landingpage hat das Ziel, den User zum Kauf zu bewegen. Dies funktioniert über Storytelling, Referenzen und kundenindividuelle Kommunikation. Wurde der Nutzer bereits durch die Story und passende Referenzen vom Produkt überzeugt, gilt es, ihm ein individuelles Angebot zu präsentieren, das seine Kaufhistorie und seine individuellen Interessen berücksichtigt.

    So ist unser Ansatz mit Drupal und Magento

    Ein Redakteur erstellt eine neue Landingpage in Drupal. Dazu legt er/sie eine neue Seite an und platziert „Content-Elemente“ auf dieser Seite. Ein Content-Element ist eine Slideshow, die Emotionen zu einem Produkt visuell präsentiert. Ein weiteres Content Element erzählt eine Story und bildet passende Referenzen in einer Slideshow ab. Darunter platziert der Redakteur das Content Element „Special Offer“, ein individuelles Kundenangebot. Dieses Element erstellt auf der Basis des Kundenprofils (eingeloggt mit Zugriff auf die Kaufhistorie; oder anonym per Cookie mit Tags, welche die Interessen des Nutzers auf der Basis der zuvor angesehenen Inhalte abbilden) ein individuelles Angebot.

    Das Angebot (die Produkte und die Preise) werden aus Magento per Webservice geladen und im Frontend, inmitten des Contents, der von Drupal generiert wurde, angezeigt.

    Unterhalb der Produktempfehlung platziert der Redakteur noch ein Kontaktformular, welches die eingegebenen Daten direkt in das CRM überträgt, wenn der Kunde Fragen hat. Möchte der Kunde ein Produkt kaufen, wird der Checkout-Prozess über Webservices an Magento übergeben. Nach der Bestellung landen die Daten im CRM- und, falls vorhanden, im ERP-System (SAP, Sage, Salesforce etc). Zugleich wird das Nutzerprofil auf der Basis des festgestellten Verhaltens erweitert, sodass auch nächstes Mal der Kunde individuell abgeholt werden kann. Somit ist auch ein vollständiges Conversion Tracking über die Drupal Magento Integration möglich sorgt für messbaren Erfolg im E-Commerce.

    Natürlich lassen sich auch Mobile Apps als „Frontend“ an Drupal und Magento integrieren. So wird aus E-Commerce M-Commerce – mit der gleichen Architektur wie zuvor beschrieben.

    Der vorgestellte Use Case ist natürlich ein recht einfacher, zum Verdeutlichen der Möglichkeiten im Zusammenspiel mit Drupal und Magento meiner Meinung nach jedoch gut geeignet.

    Der „Headless Ansatz“ der Systeme Drupal und Magento verspricht somit die größte Flexibilität und die Möglichkeit, ein individuelles digitales Kundenerlebnis zu schaffen, das den Verkauf von Produkten und Services fördert. Es ist somit nicht mehr Drupal Commerce vs Magento sondern Drupal und Magento miteinander integriert.


    Drupal und Hybris Integration

    Gerade wenn es um die Integration von Drupal E-Commerce mit SAP geht, bietet Hybris die beste Unterstützung. Durch Hybris Marketing können Kundenprofile erstellt und Inhalte individualisiert ausgespielt werden. Durch eine Integration zwischen Drupal und Hybris erreichen Sie die gleichen Vorteile wie bei der Integration zwischen Drupal und Magento. Drupal bietet Ihnen durch flexible CMS Funktionen die Möglichkeit, Content-Seiten und Landingpages schnell und individuell zu erstellen. Dabei können auch Widgets auf einzelnen Seiten eingebunden werden, die z.B. Produkte und Produktlisten in Drupal anzeigen. So entsteht ein einheitliches digitales Kundenerlebnis ohne Medienbrüche. Durch die Integration von Drupal und Hybris Marketing können Inhalte individualisiert werden und durch Drupal individuell an den Kunden ausgespielt werden. Das Ziel der Integration aus Drupal, Hybris und Hybris Marketing ist eine individuelle Digital Customer Journey. Durch die Integration zwischen Drupal und Hybris lassen sich also die gleichen Integrationsszenarien herstellen wie zuvor mit dem E-Commerce System Magento beschrieben wurde.


    Deep Dive: Drupal E-Commerce Architektur im Detail

    Commerce Entities und Fields
    Entities sind eindeutig zu bestimmende Objekte beziehungsweise Datentypen. Bei Fields handelt es sich um Feldtypen (z.B. Namensfelder).

    In Drupal Commerce gibt es die folgenden Entity-Typen:

    • Product: Entity zur Definition von Produktarten (z.B. T-Shirt, Hosen)
    • Line item: Entity zur Definition von Positionen in einer Bestellung (z.B. Produkt, Versandkosten etc.)
    • Order: Entity zur Abbildung von Bestellungen
    • Customer profile: Entity für Nutzerprofile (z.B. Rechnungsadresse, Lieferadresse
    • Payment transaction: Entity zur Abbildung einer Transaktion über eine Payment Method/li>

    Des Weiteren werden mit Drupal Commerce einige neue Feldtypen definiert. Diese bringen jeweils auch ihre eigenen Display Formatter mit.

    Es gibt folgende Feldtypen (und Display Formatter):

    • Price (Formatted amount, Formatted amount with components)
    • Product reference (Add to cart form)
    • Line item reference (Line items view)
    • Customer profile reference (Rendered customer profile)

    Produkt Entities und Produkt Displays

    Drupal Commerce unterscheidet zwischen Produkten und Produkt-Displays. Ein Produkt kann verschiedene Dinge repräsentieren, z.B. ein einzelnes Produkt zum Verkauf, eine Produktvariante (z.B. ein T-Shirt in einer bestimmten Farbe), rein digitale Produkte (z.B. MP3-Downloads, Registrierung für einen Event) u.v.m.
    Jeder Shop stellt seine Produkte in anderer Art und Weise dar (Einzelseite pro Produkt, Gruppierung mehrerer Produkte z.B. alle Farben eines T-Shirts, verschiedene Produkte in einer Liste oder vielleicht sollen die Produkte auch gar nicht angezeigt werden). Deshalb trennt Drupal Commerce das Produkt vom Produkt-Display.

    Das Produkt-Entity wird von Commerce definiert. Es können beliebig viele verschiedene Produktarten basierend auf diesem Entity erstellt werden.

    Das Produkt-Entity besteht aus folgenden festen Properties:

    Product ID, Revision ID, SKU, Title, Type, Language, UID, Status, Created, Changed, Data.

    Die mitgelieferte Produktart „Produkt” kann als Basis für den eigenen Shop genommen, um eigene Felder erweitert werden und bringt automatisch schon ein Preisfeld mit. Jede Produktart ist individuell um weitere Felder erweiterbar (z.B. Bilder, Größe etc.).

    Jeder Inhaltstyp (Node) kann ein Produkt-Display sein. Die Voraussetzung hierfür ist, dass der Node ein Produkt-Referenzfeld enthält. Hierdurch kann jedes Feld eines Produktes über ein Produkt-Display angezeigt werden. Drupal Commerce nennt diese Technik „Field injection“. Unter „Manage Display“ des Produkt-Display-Nodes stehen alle Felder des Produkt-Entities zur Verfügung und können beliebig sortiert und angezeigt werden. In Kombination mit Display Suite ist dies eine sehr komfortable Lösung zur Darstellung der Produkte.

    Wenn man z.B. den Field-Formatter eines Produkt-Feldes einstellen möchte, so muss man dies bei den Manage-Display Einstellungen direkt am Produkt-Entity machen.

    Unter Shop > Produkte kann man beliebig über die vorgestellte Drupal E-Commerce Architektur und zahlreicher Module Produkte hinzufügen und diese bzgl der Datenstruktur in den Entity-Settings flexibel erweitern.


    Bestandsverwaltung von Produkten

    Drupal Commerce Core bringt kein Modul zur Verwaltung von Beständen mit. Hierfür gibt es das Modul „Commerce Stock“, mit dem man seinen Bestand überwachen kann. Es kann beispielsweise verhindern, dass Shop-User Artikel kaufen, die nicht mehr auf Lager sind.

    Es besteht die Möglichkeit den Warenkorb-Button zu deaktivieren, wenn der Bestand nicht gedeckt ist. Das Modul überprüft auch beim Abschluss des Kaufprozesses noch einmal, ob das Produkt wirklich noch verfügbar ist.


    Digitale Produkte mit Drupal E-Commerce Modulen

    Möchte man mit seinem Shop digitale Produkte (MP3, PDF etc.) verkaufen, so handelt es sich hierbei um den Verkauf von Zugriffsrechten auf Dateien. Mit dem Modul „Commerce File“ ist es möglich, den Zugriff auf Dateien zu limitieren nach Zeit, Anzahl Downloads oder Anzahl der IP-Adressen.

    Der Workflow für den Datei-Zugriff wird über Rules gesteuert. Daher sind die Regeln, die den Dateizugriff bestimmen, auch flexibel und anpassbar.


    Preise, Preiskalkulation und Preiskomponenten

    Der Preis eines Produktes wird direkt am Produkt-Entity gespeichert. Hierfür gibt es ein Preis-Feld, welches vom „Commerce Price“ Core-Modul definiert wird. Es ist möglich mehrere Preisfelder am gleichen Product-Entity zu haben, wenn man z.B. individuelle Preise für Kundengruppen hat, die sich nicht automatisch über eine Regel berechnen lassen.

    Am Preisfeld sind Preis, Währung und Preiskomponenten gespeichert. Die Preise werden intern als Integer-Werte gespeichert und nur für die Ausgabe über Field-Formatter in Dezimalwerte übersetzt. Das Feld liefert hierfür schon zwei Display Formatter mit.

    Bei den Preiskomponenten handelt es sich um weitere Berechnungen, die Einfluss auf den Endpreis z.B. eines Produktes oder Line-Items nehmen. Folgende Produktkomponenten werden bereits im Core mitgeliefert wenn die Drupal E-Commerce Module eingesetzt werden:

    • Base Price: Der Grundpreis eines Produktes vor der Berechnung
    • Discount: Preiskomponente um einen Rabatt oder Preisnachlass abzubilden
    • Fee: Preiskomponente um eine Gebühr oder Aufschlag abzubilden
    • Tax rates: Steuern. Jeder Steuersatz besitzt eine eigene Preiskomponente

    Bei einer Grundinstallation von Drupal Commerce finden sich Preisfelder an folgenden Entities:

    • Produkt: Feld für den Grundpreis
    • Line item: Felder für Einzelpreis und Gesamtpreis
    • Order: Feld für die Gesamtsumme

    Man kann über eigene Module beliebig viele Preiskomponenten hinzufügen. Über Contrib Module gibt es jedoch auch schon eine ganze Reihe an Preiskomponenten und Display Formattern für das Preisfeld.


    Shopping Cart, Orders und Line Items (Positionen)

    Beim Shopping Cart in Drupal Commerce handelt es sich um ein Core-Modul, das jedoch von keiner anderen Komponente des Cores abhängt. Dies bedeutet, dass man problemlos sein eigenes Warenkorb-Modul implementieren kann.

    Grundsätzlich kann man sich den Drupal 8 E-Commerce Einkaufvorgang wie folgt vorstellen:

    • Dem Warenkorb wird ein Produkt hinzugefügt
    • Die aktuelle Order-Entity („Bestellung“) wird geladen oder es wird eine neue erstellt
    • Aus dem Produkt wird ein neues Line-Item („Position“ in der „Bestellung“) erstellt oder ein bereits vorhandenes aktualisiert (z.B. Erhöhung der Menge)
    • Bei neuen Line-Items wird dieses mit der Order verknüpft (neue „Position“)

    Sobald ein Produkt zum Warenkorb hinzugefügt wurde, wird die „Bestellung“ mit dem „Customer“ über die User ID verknüpft. Wenn der User nicht eingelogged ist, wird der entstandene Warenkorb über die Session mit dem User verknüpft.

    Bei einem Commerce Warenkorb-Modul handelt es sich also vor allem um die Darstellung einer „Bestellung“ (Order) und deren „Positionen“ (Line Items). Die API für das Hinzufügen von Produkten zu Bestellungen ist nicht Bestandteil des Warenkorb-Modules (cart) sondern an den „Product“, „Line Item“ und „Order“-Modulen zu finden. Daher ist das Warenkorb-Modul nicht systemrelevant.

    Das Line-Item Entity besteht aus folgenden festen Properties:

    Line item ID, Order ID, Type, Label, Quantity, Created, Changed, Data.

    Das mitgelieferte Line-Item „Product“ kann als Basis für den eigenen Drupal 8 E-Commerce Shop genommen, um eigene Felder erweitert werden und bringt automatisch schon die Felder Display-Path, Produkt-Referenz, Einzelpreis und Summe mit. Jedes Line-Item ist individuell um weitere Felder erweiterbar (z.B. Shipping Service etc.). Um selbst neue Line-Item-Types zu erstellen muss das Modul „Commerce Customizable Products“ installiert werden.

    Das Order-Entity besteht aus folgenden festen Properties:

    Order ID, Order number, Revision ID, Type, UID, Mail, Status, Created, Changed, Hostname, Data.

    Der mitgelieferte Order-Type besitzt zudem die Felder „Line items“, „Order total“ und „Billing information“. Dieser Order-Type kann als Basis für den eigenen Shop benutzt, angepasst und erweitert werden.


    Checkout Prozess

    Der Drupal E-Commerce Checkout Prozess wird von einem Commerce Core Modul (Checkout) bereitgestellt und besteht aus Checkout Pages und den Checkout Panes. Der Checkout Prozess kann mehrseitig sein und auf jeder Page können mehrere Komponenten (Panes) platziert werden.

    Über eine Konfigurationsseite (Checkout Settings) können die einzelnen Komponenten auf den Pages in Reihenfolge gebracht werden. Nach der Aktivierung des Checkout Modules werden die Pages „Checkout“, „Review order“ und „Checkout complete“ mitgeliefert. Diese kann man nutzen oder auch ignorieren. Man kann mit einem eigenen Modul beliebige Pages hinzufügen.

    Hat man das Payment Modul aktiviert, bekommt man automatisch noch eine Payment Checkout Page hinzu, die vor allem für Off-Site Payment Methoden gedacht ist und nicht mit anderen Panes gemischt werden sollte.

    Unter den Drupal Commerce Contrib Modulen gibt es eine Vielzahl an Erweiterungen für den Checkout Prozess wie Shipping, Payment, Checkout Progress, Customer Addressbook.


    Payment und Payment Transaction Entities

    Jeder Bezahlvorgang, egal ob erfolgreich oder nicht, wird in einem Payment Transaction Entity gespeichert. Jedes Payment Methoden Modul für den Checkout Prozess ist dafür verantwortlich sich an die Spezifikationen von Commerce zu halten und die entsprechenden Payment Transaction Entities an den entsprechenden Stellen zu erzeugen.

    Unter den Drupal Commerce Contrib Modulen existiert eine Vielzahl an Payment Modulen sowohl für On-Site als auch für Off-Site Payments (z.B. Kreditkarte, Paypal etc.) mit und ohne Redirects zu externen Bezahlanbietern. Viele Payment Anbieter stellen auch schon Drupal Commerce Module bereit, die direkt genutzt werden können. So können Sie über Drupal E-Commerce auch Zahlungen sicher abwickeln.

    Das Payment Transaction Entity besteht aus folgenden festen Properties:

    Transaction ID, Revision ID, UID, Order ID, Payment method, Instance ID, Remote ID, Message, Message variables, Amount, Currency code, Status, Remote status, Payload, Created, Changed, Data.


    Customer Profiles

    Der mitgelieferte Customer Profile-Type „Rechnungsinformation“ besitzt das Feld „Adresse“, welches ein Feld-Typ ist, der von Commerce mitgeliefert wird und für Adressen innerhalb des Commerce Systems gedacht ist.

    Basierend auf diesem Customer Profile-Entity Type können verschiedene Customer Profile Bundles erzeugt werden, z.B. „Rechnungsadresse“ und „Lieferadresse“. Außerdem können die Customer Profile Types beliebig um Felder erweitert werden.

    Das Customer Profile-Entity besitzt die folgenden festen Properties:

    Profile ID, Revision ID, Type, UID, Status, Created, Changed, Data.


    Fazit zu den Drupal E-Commerce Standard Modulen

    Mit Drupal Commerce lassen sich aufgrund seiner Modularität verschiedenste E-Commerce und Online-Shop-Arten abbilden. Durch die Flexibilität und Erweiterbarkeit sind einem Drupal Commerce Shop kaum Grenzen gesetzt. Die Vielzahl der schon vorhandenen Contrib-Module erleichtert die Implementierung vieler Features ohne größeren Aufwand. Die große Community und das aktive Team der Commerce Guys bieten die Sicherheit, dass dieses Projekt stetig weiterentwickelt wird. Mit Drupal als Kern des E-Commerce-Systems hat man somit endlich einmal ein System mit dem man in Webseiten und Plattformen einen Shop-System integrieren kann, der auf dem gleichen System und der gleichen Datenbank basiert. Prädikat: Empfehlenswert, aber sehr technisch im Setup und der Konfiguration.

    Wenn Sie Fragen zu den vorgestellten Szenarien oder dem Thema Marketing Automation haben, sprechen Sie uns gerne an.

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