Ihre App Strategie: App Konzept, App Use Cases und App Design

    App Strategie, App Use Cases, App UX Design, App Konzept

     Überlegen Sie, ob eine App für Sie und Ihr Unternehmen das Richtige ist, um Prozesse zu digitalisieren, neue Anwender zu gewinnen und digital erfolgreich zu werden? Dann lesen Sie in diesem Artikel, wie Sie Ihre App Strategie erstellen und App Use Cases als Basis für die Konzeption, App UX Design und Entwicklung Ihrer App definieren.

    Bevor Sie mit der Erstellung Ihrer App Strategie beginnen, machen Sie sich unbedingt Folgendes bewusst:

    Ihre App wird nur dann zum Erfolg, wenn sie für Ihre Zielgruppe fundierten Mehrwert bietet, Probleme löst und neue Möglichkeiten schafft.

    Damit Ihre App Strategie bereits auf begeisterte Nutzer ausgelegt ist, hilft Ihnen folgende Aufstellung dabei, den Mehrwert in den Fokus zu rücken und von der App Strategie über das Konzept, bei Erstellung der App Use cases bis zur Entwicklung immer im Blick zu behalten.

    Ihre App Strategie sollte also auf einen der folgenden Mehrwerte ausgelegt sein (es können auch mehrere sein):

    • Erreichen einer neue Zielgruppe (Leads, Kunden, Mitarbeiter, Partner)
    • Bindung bestehender Kunden/Mitarbeiter/Partner (durch zusätzlichen Mehrwert)
    • Schnellere Ausführbarkeit und Verfügbarkeit von Prozessen (Zeit und / oder Kosten sparen, Geschwindigkeit erhöhen)
    • Digitalisierung von Prozessen, Services und Produkten (Zugang beschleunigen und diesen standortunabhängig ermöglichen)
    • Bessere Bereitstellung von Informationen (Zugang, Geschwindigkeit)

    Sicher gibt es noch weitere Mehrwerte, auf die Sie Ihre App Strategie ausrichten können. Die aufgeführten sind jedoch die wesentlichen.

    App Use Cases definieren

    Nun kennen Sie den Mehrwert, den Sie mit Ihrer App für Ihre Nutzer bieten wollen. 

    Visuell können Sie diesen Mehrwert darstellen und konzeptionell verfeinern, wenn Sie das Problem, das Ihre App für Ihre Zielgruppe lösen soll, als Problem-Solution-Blueprint darstellen.

    Listen Sie dazu also auf einer Seite alle Probleme auf, die Ihre Zielgruppe und somit OHNE Ihre App (beim Bewältigen bestimmter Aufgabe) hat.

    Auf der gegenüberliegenden Seite definieren Sie nun die Lösungen zu den jeweiligen Problemen. Das sind z.B. bestimmte Aufgaben (Tasks), die schneller, einfacher und günstiger erledigt werden können, Informationen, die schneller und einfacher oder gar kostengünstiger bereitgestellt werden, ortsunabhängige Zugänge zu spezifischen Informationen und Funktionen etc.

    Sie sehen nun das Problem Ihrer Nutzer: 

    Links mit allen Problemen (das größte zu aller erst und die daraus resultierenden / weiteren Probleme, sub-problems, danach) und rechts die entsprechenden Lösungen.

    Die App Use Cases und Funktionen, die Ihre App bereitstellt, helfen Ihrer Zielgruppe dabei, diese Probleme schnell und effektiv zu lösen. Sie sind der einzige Grund, warum Ihre Nutzer später Ihre App einsetzen.

    Das ist Ihre App Strategie.

    Ihre App Strategie ist die fundamentale Basis und ein wesentlicher Bestandteil für eine erfolgreiche App-Entwicklung.

    Zu jedem Problem und der dazugehörigen Lösung definieren Sie nun die jeweilige Funktion als App Use Case. Use Cases Ihrer App sind eine Sammlung von Funktionen (auch Features genannt), die es Ihren Nutzern ermöglichen, Lösungen zu den bestehenden Problemen zu erhalten. Wenn Sie Ihr App Konzept auf dieser Strategie aufbauen, stellen Sie die Weichen für echten und langfristigen App-Erfolg.

    Tipp: Stützen Sie sich bei der Definition der App Use Cases und beim Erstellen Ihres App Konzepts NICHT auf Annahmen. Damit Ihre App erfolgreich wird, sollten Sie sowohl Ihre Strategie als auch Ihr Konzept frühzeitig validieren und testen.

    Wie Sie Ihre App Strategie mit Microtests validieren und Ihr App Projekt in 10 wesentlichen Schritten von der Idee über das Konzept bis zur Entwicklung und einer anschließenden Vermarktung führen, erfahren Sie kostenlos in unserer umfassenden Anleitung für erfolgreiche digitale Produkte.

    Ihre App Use Cases definieren Sie am einfachsten, wenn Sie sich fragen:

    • Was genau möchte meine Zielperson heute schon tun/erreichen?
    • Welche Probleme erfährt diese Person dabei, die aktuell zu viel Zeit, Geld und Nerven kosten?
    • Welche Use Cases, Funktionen und Features einer App können dabei helfen, diese Probleme zu lösen und die Aufgaben deutlich leichter, schneller und günstiger erledigen zu können?

    App Use Case Beispiele:

    Im folgenden finden Sie eine Liste mit App Use Cases, die Ihnen helfen, herauszufinden, was Ihre App können sollte, damit Sie sowohl für Ihre Nutzer als auch für Ihr Unternehmen zum Erfolg wird:

    Das sind natürlich nur ein paar App Use Cases.

    Fokussieren Sie sich auf Ihre späteren Nutzer, führen Sie Befragungen oder Microtests durch, damit Sie genau verstehen, was Ihre Anwender später zur Nutzung der App motiviert (die Lösung ihrer Probleme).

    Wenn Sie nun Ihre App Use Cases kennen, können Sie daraus die nächsten Konzept-Bausteine ableiten und zwar am besten vom Grobkonzept hin zum Feinkonzept als Basis für eine erfolgreiche App-Entwicklung.

    App Grobkonzept erstellen

    Auf der Basis des ersten Konzept-Bausteins, den App Use Cases, erstellen Sie ein Grobkonzept, das Ihre Idee und Ihre App Strategie in ein Format packt, das auch andere Nutzer, Stakeholder und Entwicklungspartner verstehen können. Das Grobkonzept benötigt Ihre App Strategie als Input. Später bauen Sie auf dem Grobkonzept Ihr Feinkonzept auf, um dieses anschließend in eine effiziente Umsetzung zu überführen.

    Wichtig: Wenn Sie eine komplexe App erstellen möchten, hilft es Ihnen zwar, bei der Überprüfung der Konsistenz Ihrer Anforderungen, wenn Sie die gesamte Anwendung in Ihre Konzeption einbeziehen und zunächst alle Use Cases definieren, dann für alle Use Cases ein User Flow Diagram erstellen etc.

    Das ist die horizontale Entwicklung Ihres Konzepts, in dem jede Ebene vollständig ausgearbeitet ist (was in der Praxis selten möglich ist, da nicht immer alle Anforderungen und Use Cases von Anfang an bekannt sind).

    Wenn Sie jedoch viele Use Cases Ihrer App noch nicht oder noch nicht im Detail kennen, können Sie das Konzept auch vertikal voranbringen. Dann starten Sie mit den wichtigsten Use Cases und erstellen dazu die nächste Konzeptebene.

    So können Sie einzelne Use Cases im Detail schneller testen und Feedback einholen, auch wenn Sie noch nicht alle Use Cases der gesamten Anwendung kennen.

    App Strategie, App Use Cases- vertikale Entwicklung

     

    App Use Cases und Epics erstellen

    Use Cases beschreiben die höchste Ebene der Anforderungen. Wenn Sie sich an Ihre App Strategie erinnern, die aus Problemen und Lösungen für Ihre Anwender besteht, dann sind die Use Cases der Baustein Ihrer Anwendung, der das Problem, das Sie für Ihre Nutzer lösen möchten, durch die Nutzung Ihrer Anwendung in eine Lösung verwandelt.

    Use Cases dokumentieren Sie am besten in Prosa (Text-Form), durch sogenannte Epics. Sie beschreiben also einfach in Worten, was ein Nutzer mit Ihrer App tun möchte und was bei der Nutzung Ihrer Anwendung sonst noch wichtig sein wird, damit Anwender ihr gewünschtes Ziel erreichen können.

    So beschreiben Sie die wesentlichen Bausteine Ihrer App, z.B. die Zeiterfassung, die Dokumentation des Wartungsprozesses einer Maschine, Produkte präsentieren, Bestellen, Protokollieren etc. (siehe Liste mit App Uses Cases weiter oben).

    Wichtig dabei:

    Es ist schnell passiert, dass man viele weitere Use Cases definiert, weil sie zunächst gut klingen oder weil Sie glauben, dass diese Funktionen “ganz nett” sein können (für Sie oder für Ihre Nutzer).

    Das kann schnell teuer werden, Ihre Timeline sprengen und Ihre Anwendung mit einem sehr komplexen Funktionsumfang überladen.

    Erinnern Sie sich immer daran: Sie bauen die App für Ihre Nutzer und vor allem, um Probleme Ihrer Nutzer zu lösen.

    Priorisieren Sie also Anforderungen niedrig, wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Nutzer diese Funktionen wirklich benötigen und validieren Sie diese Anforderungen erst, bevor Sie Ihr Budget in die Umsetzung investieren.

    App Konzept Baustein: Rollen und Systeme

    Wenn verschiedene Nutzer in unterschiedlichen Rollen mit Ihrer App arbeiten sollen, dann ergibt es Sinn, diese Rollen ebenfalls zu definieren.

    Wenn unterschiedliche Nutzer unterschiedliche Rechte und Funktionen in der App erhalten sollen, dann müssen diese Rollen ohnehin bekannt sein. Nicht zuletzt, um die Funktionen den einzelnen Rollen zuordnen zu können. Gleiches ist sinnvoll für Systeme, die mit Ihrer Anwendung über Schnittstellen interagieren sollen. Listen Sie diese ebenfalls auf, damit Sie im User Flow Diagram und in den weiteren Schritten bis hin zur App-Entwicklung bekannt sind.

    App Konzept Baustein: User Flow Diagram

    Ein User Flow Diagram können Sie auf verschiedenen Ebenen Ihrer Anforderungen erstellen, um Abläufe in der App, Integrationen mit anderen Tools und Interaktionen zwischen verschiedenen Nutzer-Rollen über Ihre Anwendung darzustellen und zu konzipieren.

    Im ersten Schritt nutzen Sie ein User Flow Diagram, um das Zusammenspiel der einzelnen App Use Cases darzustellen.

    Im zweiten Schritt stellen Sie die Abläufe der einzelnen Use Cases über ein detaillierteres User Flow Diagram pro Use Case dar. Das User Flow Diagram können Sie sehr einfach als Orientierung (roter Faden) nutzen, um darauf aufbauend Ihre App Wireframes zu erstellen, welche die einzelnen Schritte in Ihrem User Flow Diagram visualisieren.

    Bright Solutions - User Flow Diagram

    App Konzept Baustein: Wireframes

    Wireframes sind grobe Entwürfe einer Benutzeroberfläche für das jeweilige Endgerät, die dazu dienen, den Ablauf während der Nutzung Ihrer Anwendung zu visualisieren. 

    Wireframes sind keine Designs. Sie halten sich nicht an den Style Guide Ihres Unternehmens.

    Sie visualisieren lediglich Eingabeelemente und eine grobe Informationsstruktur, die Ihren Anwendern dabei hilft, die Abläufe aus Ihrem User Flow Diagram durchzuführen.

    Sie können Wireframes auf der Basis eines User Flow Diagrams erstellen oder Sie erstellen zuerst User Stories, um die Interaktion des Nutzers mit Ihrer App zu beschreiben und gehen dann auf der Basis Ihrer User Stories zur Erstellung der Wireframes über.

    Tipp: Wenn Sie und Ihr Team eher visuell arbeiten möchten, starten Sie mit Wireframes zur Visualisierung Ihrer App. Wenn Sie einer strukturierten Textdokumentation besser folgen können, dann sind User Stories ein besserer Start für Sie. Es funktioniert beides und für eine reibungsarme App-Entwicklung sollten Sie auch beides vorbereiten.

    Der Vorteil von Wireframes ist, dass Sie damit eine schnell sichtbare Darstellung Ihrer App erhalten und diese schnell und ohne Kosten für App Design und App-Entwicklung anpassen können.

    Das ermöglicht Ihnen wiederum, direktes Feedback Ihrer Zielgruppe einzuholen und Ihre App bereits ohne Entwicklung mit Ihren späteren Nutzern zu verbessern.

    Sollten Sie in diesem frühen Stadium noch nicht mit Ihren Anwendern sprechen wollen, z.B. aus Vertraulichkeitsgründen, oder weil Sie noch keinen Zugang zu dieser Zielgruppe haben, dann können Sie den Anforderungsprozess bis zum Design durchlaufen.

    App Wireframes

    WICHTIG:

    Verlaufen Sie sich nicht in zu vielen Details und “nice-to-have” Anforderungen. Das kostet zu viel Zeit und vor allem werden Sie umfassendes Feedback von Ihren Anwendern erhalten und damit sicher noch einige weitere, aber eben nicht notwendige Anpassungen vornehmen wollen.

    Je komplexer Ihre App bereits ist, desto aufwändiger ist der Testprozess und eine konsistente Anpassung auf der Basis des Feedbacks Ihrer Anwender.

    Fokussieren Sie sich also auf die Konzeption der wirklich wichtigen Anforderungen, basierend auf Ihrer ganz zu Anfang erstellten App Strategie. Eine gute Priorisierung macht sich im Projektverlauf immer bezahlt.

    App Konzept Baustein: Feinkonzept

    App User Stories

    App User Stories beschreiben die Aktionen, die ein Nutzer auf dem Interface (Eingabemaske, App UI Design) Ihrer App ausführen können soll. Dabei muss es sich nicht nur um die Interaktion eines Anwenders mit der Oberfläche Ihrer Anwendung handeln. User Stories werden auch verwendet, um die Interaktion von anderen Systemen (meist Software) über Schnittstellen (APIs) mit Ihrer App zu beschreiben.

    Wenn Sie bereits Wireframes für Ihr App Konzept erstellt haben, haben Sie die Darstellung Ihrer Anwendung für einzelne Schritte aus dem User Flow Diagram visualisiert.

    Mit User Stories beschreiben Sie nun die Funktionen bzw. Aktionen, die ein Nutzer auf der Oberfläche Ihrer App direkt durchführen können soll.

    User Stories bilden die Elemente, die als Anforderungen in Ihrem Product Backlog landen, damit Sie von Ihrem Umsetzungsteam entwickelt werden können. Der Product Backlog ist Ihre Anforderungsliste, eine Art Container mit priorisierten Anforderungen. Dieser Backlog ist die Basis, wenn Sie Ihre App entwickeln lassen (z.B. von einem anderen Inhouse Team oder einer App Agentur)

    App User Stories lassen sich am verständlichsten in folgendem Format beschreiben:

    As [User Role] I want to [Action via Interface] so that [Result].

    Please note that [what else is important]

    Das genügt für eine erste Version der User Stories als wesentlicher Bestandteil Ihres App Konzepts.

    Später ergänzen Sie diese noch um Akzeptanzkriterien, damit auch für Ihr Umsetzungsteam klar ist, wann die Umsetzung erfolgreich ist und damit Ihre Tester wissen, auf was sie besonders achten und was sie explizit testen müssen. Mehr dazu später.

    App UI Design und App UX Design

    Wenn Sie Ihr App Konzept mit den zuvor beschriebenen Methoden und Bausteinen strukturiert und verständlich erfasst und vielleicht sogar validiert haben, dann können Sie mit dem App UI Design bzw App UX Design starten.

    Leider starten zu viele Teams direkt mit dem App Design (oder noch schlimmer, direkt mit der Entwicklung), sodass das Vorhaben in endlosen Design-Diskussionen und Powerpoint Präsentation versinkt.

    Dann kommt das App-Projekt oft zu langsam voran, da das Einarbeiten von Feedback aufwändig und vor allem oft inkonsistent wird.

    App UI und App UX Designs verwenden Ihren Style Guide als Input (im wesentlichen Farben, Logos, Schriften), um die Oberfläche Ihrer App zu gestalten und den Nutzer mit Farbakzenten visuell zu führen. Das App Design baut also auf Ihren Wireframes auf, verfeinert diese und unterstützt sie visuell.

    Das App Design muss in erster Linie Ihren Nutzern helfen, die Anwendung zu nutzen.

    Es unterstützt dabei, dass Ihre Anwendung gut funktioniert (aus Anwendersicht) und Spaß macht. Bevor Sie in ausschweifenden Design-Diskussionen versinken, erstellen Sie ein Design auf der Basis eines ersten Vorschlags und lassen Sie Ihre Nutzer frühzeitig entscheiden, was ihnen bei der Nutzung Ihrer Anwendung hilft und was sie verändern möchten.

    Suchen Sie Experten, die Ihre App Strategie, Ihr App Konzept, App Design und ggf. die Umsetzung übernehmen?

    Die Konzepterstellung kann je nach Skills und Erfahrungslevel in Ihrer Organisation einige Zeit kosten. Wenn Sie diese Zeit sparen möchten, bieten wir Ihnen gerne einen gut strukturierten Prozess, Experten und Templates, um Ihr Konzept effizient zu erstellen.

    Sie behalten dabei die volle Kontrolle über Ihre App Strategie, über Ihre Prioritäten und Ihr App Budget.

    Wir beraten und interviewen Sie und dokumentieren Ihre App Strategie und Ihr App Konzept in einer visuellen, konsistenten und einfach verständlichen Form, sodass Sie anschließend direkt mit der eigentlichen Umsetzung starten können. Jetzt kostenlose Beratung anfragen.

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