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Neue Möglichkeiten für Entwickler mit Android 4.0 "Ice Cream Sandwich"

21.12.2011  • Karsten Planz

Die neuste Version von Googles mobilem Betriebssystem wurde bereits am 19. Oktober vorgestellt, nun ist “Ice Cream Sandwich” auch in Deutschland angekommen. Seit Kurzem ist das Samsung Galaxy Nexus (das erste Gerät mit Android 4.0 und gleichzeitig Google Flagship-Phone) hierzulande verfügbar und auch der Vorgänger, das Nexus S, bekommt weltweit zur Zeit ein Update auf die neue Version. Andere Hersteller haben ebenfalls für einige Ihrer Modelle das Update angekündigt.
Google verspricht - allein durch den Versionssprung - viele neue Features auf die sich die Android-User freuen dürfen. Doch was bringt der Versionssprung Neues für App-Entwickler?

Ein Betriebssystem für Phones und Tablets

Die auffälligste Neuerung dürfte die Zusammenführung der beiden Android Versionen für Tablets (3.x Honeycomb) und Smartphones (2.x) sein. Ab der Version 4.0 läuft Android nämlich gleichermaßen auf beiden Endgerät-Typen, was wirklich ein großer Schritt ist und natürlich sehr erfreulich für uns Entwickler.
Wollte man bisher seine App für Smartphones als auch für Tablets zur Verfügung stellen musste man entweder zwei unterschiedliche Apps, die auf dem jeweiligen SDK aufbauen, bereitstellen oder mit dem Android Support Package (ehemals Compatibility Library) arbeiten. Da Letzteres aber nur wenige Funktionen aus Honeycomb auf Smartphones bringt, musste man oft auf die erste Methode zurückgreifen und zwei getrennte Versionen entwickeln.
Mit Android 4.0 bietet man Entwicklern nun eine API-Version für alle Geräte mit einer einheitlichen, neu gestalteten Benutzeroberfläche. Das ermöglicht uns nun einen effizienteren Entwicklungs-Workflow und konsistente Design Prinzipien bei der App-Entwicklung.
Fragments API
Als Beispiele für Features aus Honeycomb, die nun auch auf Smartphones zur Verfügung stehen, seien genannt: die ActionBar, verbesserte Notifications, die Fragments API, USB-Host Support, Hardwarebeschleunigung, Renderscript. Eine Übersicht über die Neuerungen findet man übrigens hier.

NFC lebt

Allerdings wurden nicht einfach nur Funktionen aus Honeycomb übernommen, es gibt auch einige ganz neue APIs und Möglichkeiten, die Entwicklerherzen höher schlagen lassen.
Hierbei möchte ich eine neue NFC-API ganz besonders hervorheben, weil ich ein großer Fan dieser Technik bin und ihr eine große Zukunft voraussage.
Google hat ja mit dem Nexus S und Gingerbread (2.3.x) NFC in das Android SDK integriert. Allerdings waren die Möglichkeiten sehr beschränkt und man konnte kaum eine Entwicklung in dem Bereich sehen. Einzig Google selbst hat mit dem Bezahlsystem Google Wallet etwas sinnvolles und innovatives in der Richtung gemacht.

Android Beam

Aber Google scheint ebenfalls von NFC überzeugt zu sein und somit widmen Sie ein Hauptfeature von Ice Cream Sandwich dem kontaktlosen Funkstandard: Android Beam. Android Beam bietet standardmäßig schon einige coole NFC-Features. Man kann nun Informationen austauschen und Inhalte teilen indem man einfach zwei NFC-Phones aneinanderhält. Das Ganze hat eine konsistente und hübsche Benutzeroberfläche, mit der man beispielsweise Bilder, Kontakte, Links, Apps usw. weitergeben kann aber auch Chats beitreten oder ein Multiplayer-Game pairen kann.

Entwicklern bietet man nun die Möglichkeit diese API und die Benutzeroberfläche zu nutzen und neue, kreative Anwendungsfälle zu erkunden. Ich bin sehr gespannt was sich die Entwickler einfallen lassen und bin zuversichtlich, dass es praktische, innovative Anwendungen geben wird.
NFC lebt also, ist nicht tot. Das scheinen nun auch die Gerätehersteller verstanden zu haben. Bisher gibt es nur wenige NFC-Phones, aber weitere sind angekündigt . HTC, LG, Motorola, Samsung und Sony Ericsson haben außerdem erklärt, dass sie zukünftig auf NFC setzen wollen.
Google bereitet damit den Weg für die mobile NFC-Technologie und macht mit Android Beam einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung.

Entwilckeroptionen-Menü

Eine schöne Neuerung gibt es auch was das Debugging direkt am Gerät angeht. Es gibt nun einen neuen Menüpunkt “Entwickleroptionen” in den Einstellungen, der viele praktische Optionen bietet um die Entwicklung und das Debugging zu vereinfachen. Hier mal die aus meiner Sicht interessantesten Punkte:

  • Strikter Modus: Wenn man diese Option aktiviert, wird ein roter Rahmen kurz eingeblendet, wenn der Main Thread (UI-Thread) durch andere rechenaufwändige Aktionen blockiert wird. Das ist ein wirklich spannendes Thema mit dem man sich als Android Entwickler unbedingt auseinandersetzen sollte. Hier ein schöner Artikel darüber, wie man den strikten Modus noch in der Entwicklung einsetzen kann.
  • Zeigerposition: zeigt allerhand Informationen zur Touch-Eingabe an, wie z.B. Position, Pressure und Size (geschätzter Druck und Größe der Touch-Eingabe) sowie den Verlauf des aktuellen Touch-Events.
  • Berührung anzeigen: gibt visuelles Feedback in Form eines Punktes zu Touch-Events. Endlich! Das kennt man ja schon vom iPhone Emulator, find ich ziemlich praktisch, wenn man mal ein Erklär-Video machen will.
  • Updates anzeigen: Bildschirmbereiche, die gerade geupdated werden, leuchten auf. Da kann man sich mal anschauen, wie oft die Elemente der Oberfläche neu gezeichnet werden, sehr interessant!
  • CPU-Auslastung anzeigen: die Load Average und ausgeführte Prozesse werden angezeigt.

Galaxy Nexus

Hardwarebeschleunigung nun Standard

Keine große Veränderung aber ein wichtiger Schritt: die Hardwarebeschleunigung ist ab Android 4.0 bei allen Apps standardmäßig aktiviert. Seit Honeycomb gibt es für Entwickler die Möglichkeit sämtliche Zeichenoperationen auf die GPU auszulagern. Dies musste man allerdings erst in der AndroidManifest.xml aktivieren, was viele Entwickler nicht gemacht haben. Das führt oft dazu, dass Animationen, Übergänge und Scrolling nicht ganz so flüssig laufen obwohl der Prozessor eigentlich genug Power hat. Das ist eine Sache die mich persönlich an Android im Vergleich zu iOS oft gestört hat, nun ist mit ruckeligen Animationen hoffentlich Schluss.

Fazit

Ein großes Lob von Darmstadt nach Mountain View an die Jungs von Google und vor allem ans Android-Team! Mit Ice Cream Sandwich bringen sie nicht nur ein wichtiges Update, auf das sich die Nutzer freuen können sondern haben auch an die lieben Entwickler gedacht. Außerdem holen sie mit Android Beam und der Hardwarebeschleunigung alte Versäumnisse nach. Ich hoffe nun, dass man ab jetzt nichts mehr versäumt, die Konkurrenz schläft nämlich nie. Jedenfalls ist Android mit dem Update ein ganzes Stück entwickler-freundlicher geworden. Zwar ist der Android-Emulator immernoch langsamer als mein erster 486er, aber vielleicht bekommen sie das ja auch irgendwann hin.

(Bilder: android.com)

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